
Als ich im 2. Weltkrieg in Gefangenschaft geriet, war es in den Nächten so bitter kalt, dass wir nicht schlafen konnten. Unter dem freien Sternenhimmel gingen wir auf und ab. Ich sah damals oft und lang zu den Sternen empor: Weiß jemand um unsere menschliche Not? Kennt jemand meinen Namen? Ist unsere Erde nicht wie ein Sandkorn am Meer der unzähligen Sterne des Himmels? Und bin ich nicht wie ein verlorenes Sandkorn auf diesem Körnchen Erde? Was bedeutet mein Leben, wenn sich niemand darum kümmert? Bin ich nur für mich selber da? Was ist der Inhalt meines Lebens? Sollten all die Nichtigkeiten mich ausfüllen können, Essen und Trinken, eine warme Stube und gute Gesundheit? Besteht mein Leben aus Nichtigkeiten? Aus dem Nichts?
Während dieser Gefangenschaft hat mir Gott Sein Geheimnis enthüllt: „Ich bin bei dir." Ich weiß nicht, wie es geschah, aber eines Tages wusste ich: Es gibt einen über uns, und vor Ihm werden wir Menschen eines Tages stehen und Rechenschaft geben über Gut und Böse, über Wahrheit und Lüge, über Liebe oder Selbstsucht, über Streben oder Gleichgültigkeit ... Seit damals wusste ich: Es gibt Gott über uns, der meinen Namen kennt! Er weiß um mich. Er schaut mich an. Er ist an meinem Leben interessiert. Und deswegen ist mein Leben nicht mehr sinnlos, nicht mehr verloren unter den Milliarden Staubkörnchen des Weltalls …
Gott ist! Seit damals hat mein Leben eine Heimat: Bei Gott, der nie vergeht. Ich werde ewig leben! Du Vater im Himmel, bei Dir bin ich daheim!
Autor: Dr. Herbert Madinger: Gründer und langjährige Leiter der Katholischen Glaubensinformation der Erzdiözese Wien