Hätte ich auch so gehandelt?
Vor vielen Jahren, als ich noch ein Teenager war, standen mein Vater und ich in der Warteschlange für Zirkuskarten. Nach langem Warten war endlich nur noch eine Familie vor uns, und ich war sehr beeindruckt, erzählte Patrick weiter:
Es waren acht Kinder, wahrscheinlich alle unter zwölf Jahren. Man sah ihnen an, dass sie nicht wohlhabend waren. Ihre Kleidung war nicht teuer, aber sauber. Die Kinder waren brav; sie standen paarweise hinter ihren Eltern. Sie unterhielten sich aufgeregt über die Clowns, Elefanten und Löwen sowie über die anderen Zirkusartisten, die sie an diesem Abend sehen würden. Das Verhalten der Kinder verriet deutlich, dass sie noch nie in einem Zirkus gewesen waren. Sie freuten sich sehr auf die Vorstellung – der Abend sollte der Höhepunkt ihres jungen Lebens werden.
Vater und Mutter standen stolz vor ihnen. Die Mutter hielt Vaters Hand und sah ihn an, als wollte sie sagen: Du bist mein Held und alles wird gut. Er lächelte und sah sie an, als wollte er sagen: Selbstverständlich bin ich das.
Die Verkäuferin fragte den Vater, wie viele Karten er brauche. Stolz antwortete er: Bitte geben Sie mir acht Kinderkarten und zwei Erwachsenenkarten, insgesamt zehn Karten für die ganze Familie.
Die Verkäuferin nannte darauf den Preis. Der Vater hatte jedoch nicht genügend Geld bei sich. Also müsste er sich jetzt umdrehen und alle enttäuschen: also seinen Kindern sagen, dass er nicht ausreichend Geld für die Zirkuskarten hatte.
Als mein Vater bemerkte, was passiert, griff er in seine Brieftasche, zog einen Zwanzig-Dollar-Schein heraus und warf ihn auf den Boden. Wir waren aber überhaupt nicht reich. Dann bückte er sich, hob den Geldschein auf, tippte dem Mann auf die Schulter und sagte: Entschuldigen Sie, Sir, das ist Ihnen aus der Brieftasche gefallen.
Der Mann verstand sofort, was los war. Er bat nicht um Almosen, aber er war dankbar für die Hilfe in dieser verzweifelten, herzzerreißenden und peinlichen Situation.Er sah meinem Vater in die Augen, ergriff seine Hände und hielt den Zwanzig-Dollar-Schein fest. Während ihm eine Träne über die Wange rollte, antwortete er mit zitternden Lippen:
Danke, vielen Dank, Sir! Das bedeutet mir und meiner Familie wirklich sehr viel.
Mein Vater und ich gingen zum Auto zurück und fuhren nach Hause. Wir waren an diesem Abend zwar nicht im Zirkus, aber wir waren nicht vergebens dort gewesen.